Torpedoversuchsstation

 

1905 errichtete Deutschlands führender Produzent von Torpedos, die Berliner Maschinenbau A/S, an der Steilküste von Hörup eine Torpedoversuchsstation. Hier wurden die Torpedos probegeschossen und feinjustiert, bevor sie mit einer Sprengladung versehen und an eine Reihe von Ländern innerhalb und außerhalb Europas geliefert wurden. An der Steilküste baute man eine lange Holzbrücke, von wo aus die Torpedos auf Schießscheiben in Höruphaff und auf der Flensburger Förde abgefeuert wurden. An Land errichtete man Werkstätten und Wohnungen für die Beschäftigten, deren Zahl vor dem Krieg bei etwa 50 Mann lag. Während des Krieges stieg die Zahl auf bis zu 340 und die Marine übernahm die ansonsten private Versuchsstation. 1914 verlängerte man die Holzbrücke mit einer Betonbrücke.

Nach dem Krieg endeten die Torpedoversuche und vorübergehend wurden in den Gebäuden der Torpedostation Obdachlose untergebracht. Während des 2. Weltkrieges nutzte die deutsche Besatzungsmacht den Ort für Peilversuche, und in den Jahren 1945-47 diente er als Lager für deutsche Flüchtlinge. Danach wurde an der Steilküste eine Zeitlang Munition entschärft und in dieser Verbindung wurden mehrere kleinere Betonräume angelegt, die nach wie vor existieren. Danach stand die Torpedostation leer.

Mitte der 1970er Jahre wurde das Gelände für Eigenheime parzelliert und die Gebäude nach und nach abgerissen. 1984 sprengte man die letzten Reste der Betonbrücke, die lange ohne Verbindung zum Land gestanden hatte, da die Holzbrücke schon lange abgebaut worden war. Von der Station nachgeblieben sind nur die unter Wasser befindlichen Reste der Betonbrücke und ein ausgegrabener Abfahrtweg zur Küste.