Strafgefangenengräber

 

Sechzehn Gräber mit Militärstrafgefangenen. Drei von ihnen aus einem Lager ca. 200 m südlich der Kirche, die übrigen aus einem Lager in Øberg 2,5 km nach Südwesten. Die Zementsteine auf den Gräbern sind von gleicher Art wie die meisten anderen der ursprünglichen Steine auf den Soldatengräbern des Landesteiles vom Weltkrieg. Sie wurden vermutlich vor der Wiedervereinigung 1920 von den deutschen Behörden aufgestellt.

Die Strafgefangenen waren Soldaten, die auf die eine oder andere Weise gegen das Reglement des Heeres verstoßen hatten. Normalerweise wurden sie in einer der vielen Festungen Deutschlands inhaftiert, aber im Herbst 1916 wurde es erlaubt, sie als Arbeitskräfte außerhalb der Festungen einzusetzen. Beim Bau der Sicherungstellung Nord wurden 32 Kompanien á 250 Mann eingesetzt, die man für die schwersten Arbeiten gebrauchte.

Sie lebten in kümmerlichen Verhältnissen, arbeiteten von morgens bis abends und mussten zudem oft mehrere Stunden zum und vom Arbeitsplatz gehen. Die Verpflegung war unzureichend, die Disziplin hart und die Strafen oft willkürlich. Insgesamt sind 71 Strafgefangenenbegräbnisse bekannt, verstreut über die Friedhöfe entlang der Sicherungsstellung. Die meisten befinden sich auf dem Friedhof Lügumkloster, aber sie wurden während des Zweiten Weltkrieges eingeebnet und nur ein kleinerer Teil der Grabsteine ist erhalten.

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