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Kriegsgefangenenfriedhof

 

Friedhof für 68 französische, belgische und russische Kriegsgefangene aus dem nahegelegenen  Lager Lügumkloster. Das Lager wurde kurz nach 1915 errichtet und bot ca. 2.000 Gefangenen Platz. Im März brach im Lager eine Fleckfieber-Epidemie aus, an der 71 Kriegsgefangene und der deutsche Lagerarzt verstarben, bevor man die Krankheit unter Kontrolle bekam.

Der Arzt wurde auf dem Friedhof Lügumkloster bestattet, aber die Kriegsgefangenen begrub man in einem kleinen privaten Waldstück unmittelbar westlich des Lagers. Im Spätsommer 1915 errichteten die Gefangenen einen von einem französischen Gefangenen entworfenen Obelisk aus Zement. Die Gräber wurden zu Beginn mit Holzkreuzen versehen, die man jedoch vor der Wiedervereinigung in 1920 durch die jetzigen Zementsteine ersetzte.

Der Obelisk der Gefangenen verwitterte sehr schnell. Den jetzigen Gedenkstein weihte man am 15. Juni 1923 ein. Er ist vom Architekten Arne Finsen entworfen worden und weitestgehend dem ursprünglichen nachempfunden und trägt wie dieser ein Relief der Siegesgöttin Viktoria. Hinter der Schaffung des Gedenksteines stand ein Komitee, dass auch Gelder zum Kauf des Waldstückes beschaffte. Beides wurde nach der Einweihung in das Eigentum der Gemeinde Lügumkloster übergeben. 

Ursprünglich wurden 70 bestattet, aber nach dem Krieg wurden zwei in ihre Heimat überführt. Dafür wurden in den 1960er Jahren zwei ehemalige Kriegsgefangene dort bestattet, die in Nordschleswig geblieben waren. Östlich des Friedhofes hinter einem kleinen Gemäuer, das als Gefängnis gedient haben soll, liegt ein einsames Grab. Trotz des Kreuzes auf seinem Grabstein soll der hier Bestattete jüdischer Konfession gewesen sein, weshalb er nicht zusammen mit den anderen beerdigt wurde.

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