Die Gefallenendenkmäler in Hadersleben

 

Auf dem Klosterfriedhof mit Aussicht über den Haderslebener Damm befinden sich zwei Denkmäler für die Gefallenen des Weltkrieges, ein dänisches und ein deutsches. 1922 hatte man sich eigentlich über die nationalen Unterschiede hinweg auf ein gemeinsames Denkmal geeinigt, aber das Entfernen und die Zerstörung eines Gedenksteines für die gefallenen Schleswig-Holsteiner von 1848-51 sorgten dafür, dass die Dinge sich verhärteten. Man konnte sich nun weder auf Inschrift noch auf Wortlaut einigen.

Das deutsche Denkmal besteht aus einer Stele mit den Namen der Gefallenen, gekrönt von einem deutschen Stahlhelm auf einem Lorbeerkranz und ausgeführt in Treuchlinger Marmor. Angefertigt wurde es von dem süddeutschen Bildhauer Hermann Blecker und ermöglicht durch eine Spende des deutschen Arbeiterwohlfahrtsvereines. Die Enthüllung fand am 18. Januar 1925 statt, und sowohl bei der Zeremonie auf dem Friedhof, als auch im anschließenden Gottesdienst gedachte man der dänischgesinnten Kriegsteilnehmer. Ursprünglich waren 173 Namen eingestanzt, aber heute stehen auf dem goldfarbenen Stein 211 Namen.

Das dänische Denkmal besteht aus einem sechseckigen Granitsockel mit einem Hünengrab auf der Spitze auf dessen obenliegender Platte die Jahreszahlen 1914-1918 angebracht sind. Die Namen von 112 Gefallenen stehen auf steinernen Tafeln am Sockel und an dessen Fuß. Entworfen hat das Denkmal Architekt Peter J. Gram und angefertigt wurde es vom Bildhauer A. Petersen. Der Text auf der Vorderseite wurde vom Schriftsteller und Polizeibevollmächtigten Erich Erichsen geschrieben. Die Mittel für die Errichtung des Denkmales wurden durch in der Stadt einsammelt und die Enthüllung erfolgte am 26. Juni 1927. 

Die nationalen Gegensätze spiegeln sich deutlich in der Gestaltung der beiden Denkmäler. Das Hünengrab ist ein ebenso eindeutiges Symbol für die dänische National-Romantik, wie Stahlhelm und Lorbeerkranz deutsche Militär-Symbolik darstellen.

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